Ein tropfender Wasserhahn ist nicht nur ein nerviger Begleiter in stillen Stunden, sondern auch ein Zeichen für Verschleiß an der Dichtung – ein Problem, das Sie als Heimwerker in der Regel selbst beheben können, ohne sofort einen Fachbetrieb für sanitär und installation zu rufen. Zunächst sollten Sie den Hahn abstellen: Drehen Sie das Eckventil unter dem Waschbecken oder der Spüle zu, bis kein Wasser mehr fließt. Öffnen Sie anschließend den Hahn, um den restlichen Druck abzulassen. Bei einem klassischen Einhebelmischer liegt die Ursache oft an einer defekten Kartusche, während Sie bei Zweigriffarmaturen meist nur die jeweilige Dichtung oder den O-Ring an der Spindel austauschen müssen. Legen Sie sich einen verstellbaren Schraubenschlüssel, einen Inbusschlüssel und eine Rohrzange bereit, wobei Sie Metalloberflächen mit etwas Klebeband schützen sollten, um Kratzer zu vermeiden. Notieren Sie sich vor dem Zerlegen die genaue Reihenfolge der Bauteile oder machen Sie ein Foto mit Ihrem Handy – das erleichtert den Zusammenbau ungemein, wenn Sie die kleinen Einzelteile später wieder einsetzen.

Nachdem Sie die Abdeckkappe oder den Griff abgezogen haben, schrauben Sie die Befestigungsmutter vorsichtig los. Bei einem Einhebelmischer ziehen Sie nun die Kartusche nach oben heraus; bei einer Zweigriffarmatur lösen Sie die Stopfbuchse oder schrauben die Spindel aus. Die alte Dichtung erkennen Sie oft als verformten, gummiartigen Ring oder als flaches Dichtplättchen – entfernen Sie diese vollständig und reinigen Sie den Sitz mit einem fusselfreien Tuch von Kalk und Ablagerungen. Nehmen Sie das alte Teil nicht als Maßstab, sondern prüfen Sie die genaue Größe, da Dichtungen mit der Zeit quellen oder schrumpfen. Setzen Sie die neue Dichtung in der gleichen Ausrichtung ein und achten Sie darauf, dass sie plan aufliegt. Für den Bereich der Armatur selbst empfiehlt es sich, etwas Silikonfett oder spezielle Armaturenpaste aufzutragen, was die Gleitfähigkeit erhöht und die Lebensdauer verlängert. Ziehen Sie alle Teile wieder in umgekehrter Reihenfolge fest, aber vermeiden Sie übermäßige Kraft – ein zu fester Sitz kann das Gewinde beschädigen, was den Eingriff eines Profis für sanitär und installation unumgänglich machen würde.
Bevor Sie das Ergebnis testen, öffnen Sie langsam das Eckventil wieder, während der Hahn geschlossen bleibt, um Druck aufzubauen. Danach drehen Sie den Wasserhahn langsam auf und lassen das Wasser einige Sekunden laufen – prüfen Sie dabei sofort, ob sich an der Spindel, der Kartusche oder dem Auslauf neue Tropfen bilden. Meist bleibt es nun trocken, aber falls es weiterhin leichte Feuchtigkeit zeigt, kann dies an einer unebenen Dichtfläche liegen. Schleifen Sie in diesem Fall die Sitzfläche sehr vorsichtig mit feinem Schleifpapier der Körnung 400 an, um Unebenheiten zu beseitigen, oder tauschen Sie die betreffende Dichtung gegen eine etwas dickere Variante aus. Achten Sie auch auf den Austritt an der Unterseite des Hahns: Wenn dort Wasser austritt, ist meist die O-Ring-Dichtung am Schwenkauslauf defekt – auch hier hilft ein einfacher Tausch. Ein sauber durchgeführter Dichtungswechsel gehört zu den dankbarsten Aufgaben im Bereich sanitär und installation, da Sie mit wenigen Handgriffen nicht nur den störenden Tropf beseitigen, sondern auch den Wasserverbrauch senken und die Armatur langfristig schützen. wandgestaltung und tapete jedoch nach einem zweiten Versuch weiterhin ein Leck feststellen, liegt womöglich ein Haarriss im Gehäuse vor, dann ist die Grenze der Eigenleistung erreicht und ein Austausch der Armatur sinnvoller, als ständig zu flicken.